Die Enni-Unternehmens­gruppe – Mehrwert für die Region

Sicherheit in unsicheren Zeiten: In dem von der Corona-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 hat die Enni-Unternehmensgruppe als einer der führenden Infrastruktur- und Energiedienstleister am Niederrhein Gesamtleistungen in Rekordhöhe von 295 Millionen Euro erwirtschaftet. Dabei konnten die Unternehmen weitere Eckpunkte ihrer Strategie umsetzen, mit der sie in den kommenden Jahren Mehrwerte für Bürger schaffen, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens erhöhen und die sanierungsbedürftig übernommene Infrastruktur in Moers bei Kanälen oder Friedhöfe verbessern wollen. Das Krisenjahr überstanden die Unternehmen gut, es zeigte sich deutlich: Energie und Wasser braucht jeder, eine intakte Infrastruktur mit einer reibungslosen Abfallentsorgung, Stadtreinigung und Abwasserbeseitigung auch. Im Jahr der Rekorde entwickelten sich die Unternehmen so gegen den durch ein fünf Prozent niedrigeres Bruttoinlandsprodukt gekennzeichneten Bundestrend und konnten das Ergebnis des Vorjahres sogar deutlich um rund 25 Prozent auf 8,8 Millionen Euro nach Steuern steigern und so mehr Gewinn als je zuvor an die Stadt Moers auszahlen. So konnten die Unternehmen der Enni-Gruppe die durch Corona verzeichneten Mehraufwände, Verluste im Bäderbereich und auch Finanzierungskosten für modernisierte Bäder, Freizeiteinrichtungen oder die Erneuerung von Energie-, Wasser- und Kanalnetzen überkompensieren. Dabei war Enni für ihre insgesamt rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sicherer Arbeitgeber und Millioneninvestitionen und Einkäufe von Material und Dienstleistungen ein Wirtschaftsmotor der Region.

Die drei Gruppenunternehmen ENNI Stadt & Service Niederrhein, ENNI Energie & Umwelt Niederrhein und ENNI Sport & Bäder Niederrhein bieten für Moers und Neukirchen-Vluyn ein breites Angebotsspektrum in den Bereichen Ver- und Entsorgung sowie in Freizeit und Sport. Die kommunalen Services begrenzen sich dabei vorwiegend auf den Heimatmarkt Moers, die Energietochter ist als Lieferant von Gas und Strom sowie als Stromproduzent mit dutzenden regenerativen Erzeugungsprojekten regional und bundesweit aktiv.

Die ENNI Stadt & Service Niederrhein ist als hundertprozentige Tochter der Stadt Moers die Muttergesellschaft der ENNI Sport & Bäder Niederrhein und mit 69,43 Prozent an der Energietochter ENNI Energie & Umwelt Niederrhein beteiligt. Die vereint als weitere Anteilseigner mit der Westenergie AG (20 Prozent), der Gelsenwasser AG (5,9 Prozent) und der Stadt Neukirchen-Vluyn (4,67 Prozent) private und öffentliche Gesellschafter als starke Basis für die seit Jahren anhaltend wirtschaftlich gute Entwicklung.

Die drei Unternehmen der Enni-Unternehmensgruppe sind gesellschaftsrechtlich eigenständig, über Kooperationsverträge jedoch eng miteinander verflochten. Durch eine gemeinsame Vision, eine gemeinsame Ziellandkarte und der Zusammenführung zahlreicher Bereiche im Rahmen des Strategieprozesses „Horizont 24“ konnte die Gruppe 2020 weitere Synergien heben. Eine umsatzsteuerliche Organschaft ermöglicht seit 2020 die Abrechnung von Leistungen innerhalb der Gruppe ohne die Erhebung der Umsatzsteuer. Ein steuerlicher Querverbund der beiden Gesellschaften ENNI Stadt & Service Niederrhein und ENNI Energie & Umwelt Niederrhein erlaubt es zudem, Gewinne der Energietochter mit den Verlusten aus dem Betrieb der umfassend sanierten Sport- und Bädereinrichtungen vor Steuer zu verrechnen. Die daraus resultierende steuerliche Ersparnis in Millionenhöhe kommt der Kommune, den in Moers lebenden Bürgerinnen und Bürgern und der gesamten Region über die höhere Gewinnausschüttung zugute.

Unternehmensstruktur und Geschäftsfelder

Die ENNI Stadt & Service Niederrhein hat im Geschäftsjahr 2020 mit einer Gesamtleistung von 67,4 Millionen Euro das Vorjahr um 4,2 Millionen Euro übertroffen. Dies resultiert weitgehend aus der Sparte Entwässerung, die mit neuem Tarifsystem und der Auflösung von Gebührenrückstellungen ein Plus zur Gesamtleistung beitrug. Die Menge des Schmutzwassers nahm durch einen coronabedingten Anstieg des Frischwasserverbrauchs Zuwächse im Gewerbebereich im Jahr 2020 deutlich zu. In den operativen Bereichen erzielte die ENNI Stadt & Service Niederrhein ein Ergebnis von 6,5 Millionen Euro. Verrechnet mit der Gewinnausschüttung aus der Beteiligung an der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein von 14,5 Millionen Euro und dem Verlust aus den Bäder- und Freizeiteinrichtungen von 7,1 Millionen Euro ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von 13,9 Millionen Euro.

Entwicklung Ergebnis vor Steuern (EBT)

in Mio. €

2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

ENNI Stadt & Service Niederrhein

Entwicklung Gesamtleistung

in Mio. €

2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

ENNI Stadt & Service Niederrhein

Die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) konnte im Geschäftsjahr 2020 gleich zum neunten Mal in Folge einen Ergebnisrekord vor Steuern erzielen. Mit 21 Millionen Euro lag es um rund eine Million Euro über dem Vorjahresergebnis. Die Umsatzerlöse wuchsen auf 218,8 Millionen Euro, die sich wie das Ergebnis in den 21 Geschäftsjahren mehr als verdreifacht haben. Die Entwicklung stützt sich auf eine Wachstumsstrategie mit vielen neuen Themen in allen Wertschöpfungsstufen. So verzeichnete das Unternehmen auch 2020 enorme Erfolge im bundesweiten Energievertrieb mit zehntausenden neuen Strom- und Gaskunden. Erstmals konnte Enni dabei mehr Strom in fremden als in den eigenen Netzgebieten absetzen. Eine gute Figur macht das Unternehmen weiter auch als Energieproduzent mit dutzenden regenerativen Erzeugungsprojekten und in der Rolle als kaufmännischer und technischer Dienstleister für Unternehmen am Niederrhein. Auch das Beteiligungsmanagement ist mit zwölf Beteiligungen heute ein Erfolgsgarant. Besonders erfolgreich ist dabei der Anteil an der Fernwärme Niederrhein, die Enni 2020 auf 15 Prozent ausbauen konnte. Insgesamt ist die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein so heute beim Portfolio deutlich breiter aufgestellt. 2020 erwirtschaftete das Unternehmen in neuen Geschäftsfelder neben den traditionellen Sparten Strom, Gas und Wasser hier einen Anteil von 29 Prozent am Gesamtergebnis.

Entwicklung Ergebnis vor Steuern (EBT)

in Mio. €

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

ENNI Energie & Umwelt Niederrhein

Entwicklung Umsatzerlöse

in Mio. €

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

ENNI Energie & Umwelt Niederrhein

Die Enni-Unternehmensgruppe war auch 2020 für ihre Region ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Dazu trugen auch die Investitionen von rund 57 Millionen Euro in die Infrastruktur von Kanälen oder Versorgungsnetzen ihrer Netzgebiete bei. Millionenbeträge flossen auch in den Bau der neuen Firmenzentrale am Jostenhof fließen, die in den kommenden Jahren gemeinsamer Ausgangspunkt für viele neue Themen im Verbund der Enni-Gruppe sein soll. Durch Einkäufe von Material und Dienstleistungen an Unternehmen der Region stärkt die Enni-Unternehmensgruppe zudem die regionale Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze. Gemeinsam mit dem Engagement als Sponsor für Sport- und Kulturveranstaltungen steht Enni so für mehr Lebensqualität am Niederrhein.

Kommunale Infrastruktur

Analyse des Gebührensystems

In Moers gehören die Entsorgung von Abfällen und die Straßenreinigung zu den zentralen Aufgaben der ENNI Stadt & Service Niederrhein (Enni). Im Jahr 2020 machten diese beiden Bereiche mit einem Umsatzerlös von rund 17,5 Millionen Euro allein rund 26,5 Prozent der Gesamtleistung des Unternehmens aus. Als hoheitliche Aufgaben sind sie gebührenfinanziert und somit auf Kostendeckung ausgelegt. Ziel des Unternehmens ist es dabei, für Bürgerinnen und Bürger gute Entsorgungs- und Reinigungsleistungen zu stabilen Gebühren zu bieten und im Branchen- und Regionalvergleich gute Benchmark-Platzierungen einzunehmen.

Gerade der Entsorgungsbereich stand 2020 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Beim Restabfall – im Fachjargon als gesammelte Abfallmenge zur Beseitigung bezeichnet – lag die entsorgte Menge mit rund 12.750 Tonnen um rund fünf Prozent höher als im Vorjahr. Hier verzeichnete das Unternehmen besonders in der Phase des Lockdowns kurzzeitige Entsorgungsspitzen. Damit lag die Restabfallmenge 2020 im Stadtgebiet leicht über den ansonsten seit 2013 weitgehend stabilen Restabfallmengen. 

Im öffentlichen Raum verzeichnete Enni hingegen einen deutlichen Mehraufwand. Hier nahmen die Abfälle in Papierkörben und die gesammelten Mengen an wilden Ablagerungen um 20 Prozent zu. Mit einer 2020 gestarteten Kampagne zur Stadtsauberkeit wird Enni vor allem stärker gegen Müllsünder vorgehen und Bürgerinnen und Bürger für die zahlreich vorhandenen richtigen Entsorgungsweg sensibilisieren. Die Sammelmengen von sogenannten weichem Grünschnitt wie Rasen und Laub sowie von Bioabfällen gingen am Kreislaufwirtschaftshof 2020 deutlich um 55 Prozent zurück. Gründe: eine beschränkte Nutzbarkeit und eine teilweise Schließung des Kreislaufwirtschaftshofs während der Pandemie.

Die Menge der verwertbaren Abfälle wie Glas, Altkleider, Elektrogeräte und Papier ist 2020 nur leicht auf 26.768 Tonnen gestiegen. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen der Abfälle lag aber bei rund 60 Prozent. Beachtenswert ist dabei der signifikante Rückgang der Altpapiermenge, die trotz der in der Corona-Krise bundesweit verzeichneten Zunahme des Versandhandels in Moers, wahrscheinlich durch eine sich dynamisierende Digitalisierungswelle verursacht, stark einbrach. Besonderheit bei der Entsorgung von Verpackungs-Altpapieren. Hier wird Enni im Rahmen des Verpackungsgesetzes für die Dualen Systembetreiber tätig und entsprechend vergütet.

Gesamtleistung Entsorgung

0

Abfall­entsorgung

in Tonnen

2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Abfall zur Beseitigung

Abfall zur Verwertung

Als einen weiteren Schritt auf dem Konsolidierungs- und Wachstumskurs des Unternehmens hat Enni in der Abfallentsorgung im Jahr 2020 gemeinsam mit der Hamburger Unternehmensberatung Econum ihr Gebührensystem auf den Prüfstand gestellt und nachfolgend grundlegend überarbeitet. Ziele: Ohne den Bürgerservice einzuschränken, zur Stabilisierung der Gebühren Logistikkosten senken. Das neue System schafft für Bürgerinnen und Bürger Anreize, zukünftig größere als die bislang 30.000 im Stadtgebiet meist genutzten 60-Liter-Restabfalltonnen einzusetzen. Der Wechsel hilft Enni Logistikkosten zu senken und schlägt sich in niedrigeren Gebühren nieder. Die werden in Moers durch die Abschreibung der Müllverbrennungsanlage Asdonkshof im Jahr 2021 und die dadurch verbundenen reduzierten Müllverbrennungskosten sowieso drastisch sinken. Im Schnitt können Kunden bei Restabfallgebühren so zum Jahreswechsel 25 Prozent sparen. 

Auch für den von jährlich rund 160.000 Moerser Bürgerinnen und Bürgern stark frequentierten und an seine Belastungsgrenze stoßenden Kreislaufwirtschaftshof beschloss der Verwaltungsrat der Enni im Berichtsjahr eine wegweisende Entscheidung – den Neubau zu einer modernen und bequem nutzbaren Entsorgungsstation.  Voraussichtlich zum Ende des Jahres 2022 wird Enni Kunden auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern die Entsorgung von Abfällen einfacher machen. Die Ein- und Ausfahrt wird mehrspurig geregelt sein, was die heutige Verkehrssituation rund um die Anlage entspannen soll. 

Straßenreinigung als Wachstumsfeld
Im Bereich der Straßenreinigung ist Enni neben Moers auch in der Stadt Neukirchen-Vluyn tätig. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie ist Enni zudem für zahlreiche größere Gewerbekunden aktiv, für die das Unternehmen beispielsweise Kunden- und Betriebsparkplätze reinigt. Die zu entsorgende Menge an Kehricht ist 2020 um 15 Prozent gesunken, was lediglich auf saisonale Einflüsse zurückzuführen ist. Auch im Reinigungsbereich hat Enni 2020 an der Kostenschraube weitergedreht. Durch interne Optimierungen konnte das Unternehmen hier die Zahl der Einsatzstunden im Kehrmaschinenbetrieb trotz deutlich gestiegener Einsatzzeiten im Zuge der milden Witterung um ebenfalls 15 Prozent senken. Apropos milde Witterung: Mussten Kehrmaschine häufiger ausrücken, kam der Winterdienst 2020 kaum zum Einsatz. 

Gesamtleistung Reinigung

0

Kehrmeter

in Meter

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Kehrmeter

Winterwartung

in Meter

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Winterwartung Priorität 1

Winterwartung Priorität 2

Rekordmenge beim Abwasser

In der Sparte Entwässerung erzielte die ENNI Stadt & Service Niederrhein (Enni) im Berichtsjahr 2020 mit 31,3 Millionen Euro die meisten Gesamtleistungen. Der Bereich steht mit einem Anteil von 47,8 Prozent für rund die Hälfte der Gesamtleistung. Wie bei den Entsorgungsaufgaben ist dieser Geschäftsbereich gebührenfinanziert und bemisst sich daher an den eigenen Aufwendungen. Das Geschäftsjahr 2020 steht dabei für eine Trendwende in der Abwasserentsorgung: Entgegen der langfristigen Prognose hat die Bevölkerungszahl in Moers seit 2015 wieder zugenommen. Zusätzlich bauen einige Gewerbebetriebe ihre Produktion aus. Der damit verbundene höhere Frischwasserverbrauch ließ auch die Schmutzwassermenge um 6,3 Prozent steigen. Sie lag damit erstmals seit 2008 wieder über 5,5 Millionen Kubikmetern.

Gesamtleistung

0

Abwasserentsorgung

+ 6,33 %

5.563.926 m³

in m³

2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Wassermengen ohne Lineg

Lineg-Genossen

Der Gesetzgeber verlangt eine getrennte Veranlagung der Abwassergebühren nach Schmutz- und Niederschlagswasser. Das Niederschlagswasser bemisst sich dabei nicht wie das Schmutzwasser am Frischwasserverbrauch, sondern an der über das öffentliche Regenwassernetz zu entwässernden Grundstücksfläche der Objekte. Zuletzt hat Enni hierzu 2018 die notwendigen Daten durch eine Befliegung des Moerser Stadtgebietes erhoben. Die dabei ermittelte gebührenrelevante Fläche liegt bei 7,9 Millionen Quadratmetern.

Niederschlagswasser

in m³

- 0,45 %

7.912.289 m²

2016
2017
2018
2019
2020

Mengen ohne Lineg

Lineg-Genossen

Im Bereich der Entwässerung steht Enni vor großen Herausforderungen und im fortwährenden Spannungsfeld, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu erhöhen und dabei gleichzeitig die Infrastruktur für kommende Generationen zukunftsfähig aufzustellen. Eine äußerst schwere Aufgabe, da Enni das erst vor wenigen Jahren in schlechtem Zustand übernommene Moerser Kanalnetz mit Teilen der zentralen Moerser Innenstadt in den kommenden Jahren umfassend sanieren muss. Dabei hat eine Bestandsaufnahme gezeigt: Bei rund 50 Prozent aller Kanäle besteht Handlungsbedarf.  Technisch und finanziell ist dies ein großer Kraftakt. Im Rahmen ihrer Erneuerungsstrategie investierte Enni allein im Jahr 2020 rund 10,7 Millionen Euro in das Kanalnetz. Dies wuchs dabei um fünf Kilometer auf eine Gesamtlänge von rund 519 Kilometern. Der Zuwachs lag im Bereich der Schmutzwasserkanäle.

Kanalnetzlänge

+ 0,96 %

519 km

in km

2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

Investitionen in die Sparte Entwässerung

0

investierte Enni in die Sanierung von Kanälen

0 km

Kanalnetz

Zu den größten Infrastrukturmaßnahmen des Jahres zählten die Erneuerung des Entwässerungsnetzes in der Hauptverkehrsachse „Am Jostenhof“ sowie umfassende Sanierungen in den Moerser Wohngebieten in Repelen und Kapellen. Um den Sanierungsstau aufzubrechen und die bestmögliche Wirtschaftlichkeit zu erzielen, setzt Enni bei den entsprechenden baulichen Voraussetzungen auf moderne Sanierungsverfahren. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Inliner-Verfahren, bei dem ein harzgetränkter Gewebeschlauch in den Kanal eingezogen und anschließend mithilfe von UV-Licht ausgehärtet wird. Dort wo möglich entfallen so aufwändige Tiefbaumaßnahmen.

2020 hat Enni im Rahmen ihres Strategieprozesses „Horizont 24“ die Grundlagen geschaffen, Planungsbereiche für alle Infrastrukturleistungen der Enni-Gruppe zusammenzufassen. Ab 2021 sind dabei im neuen, gemeinsamen Ingenieurbüro der Enni alle Planungsaufgabe für die Energie- und Wasserversorgung und auch das Entwässerungsnetz und die Moerser Straßen gebündelt. Hierdurch ergeben sich enorme Synergieeffekte, für reibungslose, schnelle Abläufe als Mehrwert für Kunden. Die Zusammenfassung ehemals eigenständiger Bereiche bringen dabei wirtschaftliche Vorteile und haben bundesweit Vorzeigecharakter.

Dienstleister für eine attraktive Stadt

Als Partner der Stadt Moers erbringt die ENNI Stadt & Service Niederrhein (Enni) zahlreiche kommunale Dienstleistungen in den Bereichen Straßenbau, Grünpflege, Straßenbeleuchtung und Friedhofswesen und trägt damit aktiv zur Daseinsvorsorge bei. Die Finanzierung erfolgt dabei durch festgelegte Aufwandsbudget, ist lediglich im durch Enni eigenständig betriebenen Friedhofswesen über Gebühren finanziert. Die strenge Haushalts- und Ausgabendisziplin der Stadt Moers vor dem Hintergrund der finanzwirtschaftlich schwierigen Lage der sich im Haushaltssicherungskonzept befindlichen Kommune begrenzt dabei die Möglichkeiten bei der Unterhaltung von Straßen und Grünanlagen. Die Kommunalen Services erwirtschafteten eine Gesamtleistung von rund 16 Millionen Euro, was rund 25 Prozent der Gesamtleistung der Enni entspricht.

Zusammenarbeit beim Straßenbau
Seit dem Jahr 2015 kooperieren die Stadt Moers und Enni auch beim Straßenbau. Enni bereitet dabei die Vergabevorschläge vor, die Stadt vergibt die Leistungen. Die Veröffentlichung der Ausschreibungen übernimmt seit 2020 als neue Dienstleistung die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein. 2020 gründeten die Enni und die Stadt zudem eine Auftraggeber-Gemeinschaft: Aufträge, bei denen Kanal- und Straßenbau kombinierbar sind, vergibt Enni im Sinne einer effizienten Vergabe direkt. Für eine optimale Koordinierung der Planungen sorgt seit Beginn des Jahres 2021 die in der Enni-Unternehmensgruppe zusammengeführte gemeinsame Planungsabteilung, für die Enni im Geschäftsjahr 2020 die Grundlagen erarbeitete. So arbeiten bei allen Vorhaben die Planer spartenübergreifend in den Bereichen Straße, Kanal und Versorgung aus einer Hand.

Erneuerungsstrategie für die Straßenbeleuchtung
Auch in der sanierungsbedürftig von der Stadt Moers übernommenen Moerser Straßenbeleuchtung arbeitet Enni weiter an der Zukunft. Der Verwaltungsrat beschloss dabei im Jahr 2020 eine umfassende Erneuerungsstrategie. Enni setzt dieses Konzept um; für ein sicheres Beleuchtungsangebot, das mit einem modernen, auf LED-Technik basierenden Beleuchtungskonzept Energiekosten senken hilft.

Sanierungsplan Straßenbeleuchtung bis 2030

0

durchschnittliches Investitionsvolumen pro Jahr

0 %

Betriebs- und Energiekostensenkung

0 Tonnen

CO2 – Einsparung pro Jahr durch LED

Gepflegtes Grün in Moers
Auch die Pflege der öffentlichen Grünanlagen ist Enni Dienstleister für die Stadt Moers. Darunter fallen unter anderem rund 571.000 Quadratmeter Parkanlagen, rund 250.000 Quadratmeter Spiel- und Bolzplätze sowie rund 770.000 Quadratmeter des sogenannten Straßenbegleitgrüns. Im Rahmen eines Kooperationsvertrags übernimmt Enni die Arbeiten eigenverantwortlich und eigenständig. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Stadt Moers ist auch hier aber nur ein knappes Aufwandsbudget verfügbar. Weil gleichzeitig unter anderem durch Neubaugebiete viele Grünanlagen hinzukommen, orientieren sich die Unterhaltungs- und Pflegestandards vorwiegend an den rechtlichen Verkehrssicherungspflichten. Enni hat dabei das Ziel, die Mittel so effizient wie möglich einzusetzen. Auf Basis eines mit Institut Infa erarbeiteten Optimierungskonzeptes setzte Enni 2020 zahlreiche Maßnahmen um. Für bessere Prozesse und Abläufe sorgt im Grünflächenbereich eine 2020 neu eingeführte Betriebsmanagementsoftware.

Umsatzerlöse Kommunale Services

0

Öffentliche Grünanlagen

0

Parkanlagen

0

Spiel- und Bolzplätze

0

Straßenbegleitgrün

Friedhofskonzept weiter umgesetzt
Im Friedhofs- und Bestattungswesen verzeichnete Enni im Jahr 2020 insgesamt 1.102 Bestattungen, womit die Zahl zum langjährigen Durchschnitt zurückkehrte. Dabei hielt der Trend zur Urnenbestattung an, deren Anteil mittlerweile auf 68 Prozent gestiegen ist. Diese langfristige Entwicklung wird sich auf die Weiterentwicklung des Bestattungsangebots, die Gebührenstruktur und die Flächenentwicklung auswirken. Auch die zehn Moerser Friedhöfe hat Enni vor einigen Jahren sanierungsbedürftig von der Stadt Moers übernommen. Hier arbeitet das Unternehmen auf Basis eines Friedhofskonzeptes mittlerweile daran, Angebote zukunftsfähig aufzustellen und Mehrwerte für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. So setzte Enni auch 2020 einige Maßnahmen um, sanierte dabei beispielsweise die historischen „Torhäuser“ auf dem Friedhof Repelen, für die Enni in den Vorjahren zweckgebundene Rücklagen gebildet hatte. Zudem hat Enni in einen neuen Lagerplatz auf dem Friedhof im Stadtteil Moers-Schwafheim investiert.

Friedhofswesen

+ 11 %

1.102 Bestattungen

2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Eine Pandemie bremst den Freizeitspaß

Als umfassender Infrastruktur- und Energieanbieter sorgt die Enni-Unternehmensgruppe als Partner der Stadt Moers mit zahlreichen Sport-, Bäder- und Freizeiteinrichtungen in Moers auch für ein Plus an Lebensqualität für die Menschen am Niederrhein. Dieses Geschäftsfeld ist über die beiden Betriebe gewerblicher Art „Bäder“ und „Freizeiteinrichtungen“ in der ENNI Stadt & Service Niederrhein angesiedelt. Auch in Moers sind diese Einrichtungen Zuschussgeschäfte, deren Höhe 2020 bei rund sieben Millionen Euro lag. Die werden in der Muttergesellschaft ENNI Stadt & Service Niederrhein (Enni) größtenteils in einem steuerlichen Querverbund mit Erträgen der Energietochter verrechnet.

Besonders kulturelle und sportliche Bereiche litten bundesweit unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das wirkte auch auf das Geschäftsjahr 2020 in den Moerser Sport-, Bäder- und Freizeiteinrichtungen. Nach verheißungsvollem Start in das Jahr 2020 mit einem viel beachteten Moerser Neujahrskonzert in der enni.eventhalle, gut besuchten Hallenbädern und einer gerade von jungen Menschen bevölkerten Eishalle kam das Geschäft mit dem ersten Lockdown im März nahezu vollständig zum Erliegen. Auch in den durch rückläufige Inzidenzen geprägten Sommermonaten war der Betrieb der Bäder nur unter strengen Hygienemaßnahmen und mit eingeschränkten Besucherkapazitäten möglich. Der zweite Lockdown verhinderte erneut den Betrieb und auch den Start in die Eishallensaison.

So sanken die Besucherzahlen auf breiter Front. Das Freibad enni.solimare registrierte mit 49.000 Gästen weniger als die Hälfte der 106.000 Vorjahresbesucher. Im enni.naturfreibad bettenkamper meer sank die Besucherzahl von 27.000 auf 19.000. Im enni.freizeitbad neukirchen-vluyn, in dem Enni für die Stadt Neukirchen-Vluyn die Betriebsführung übernimmt, gab es nur 39.000 Besuchern – knapp ein Drittel der Vorjahressaison. Katastrophal verlief die Wintersaison in der Eishalle, der sogenannten enni.eiswelt, welche frühzeitig mit einem dicken Minus bei den Besucherzahlen endete. Diese sanken von 63.000 im Vorjahr auf 28.000 in 2020.

Eine positive Entwicklung konnte die Enni im Geschäftsjahr 2020 lediglich für den enni.wohnmobilstellplatz am Standort Solimare verzeichnen. Dort stiegen die Übernachtungszahlen um gut 13 Prozent auf 1.700. Auch dies war trotz Tourismusverbot allerdings nur mit einer Sondergenehmigung der Stadt Moers für Personen ohne festen Wohnsitz möglich. Die konnten auch während des Lockdowns eine längere Zeit auf dem Stellplatz verbringen.

Besucherzahlen Enni-Freizeit­einrichtungen

0

enni.solimare

0

enni.freizeitbad neukirchen-vluyn

0

enni.naturfreibad bettenkamper meer

0

enni.sportpark rheinkamp

0

enni.eiswelt

0

enni.wohnmobilstellplatz

Auch für die Mitarbeiter der ENNI Sport & Bäder Niederrhein (Enni) brachte das Jahr 2020 Einschnitte. Sie gingen zu weiten Teilen über Monate in die staatlich geförderte Kurzarbeit. Wo es ging, drehte das Unternehmen zudem an der Kostenschraube, zog Wartungs- und Sanierungsarbeiten vor oder nutzte die Einrichtungen für nicht alltägliche Angebote. Die enni.eventhalle konnte Enni beispielsweise an private Unternehmen für eine Bürgeranhörung unter besonderen Corona-Schutzmaßnahmen vermieten, die enni.eiswelt wurde kurzzeitig zum Impfzentrum des Kreises Wesel.

Energie & Wasser

Bundesweit auf Wachstumskurs

In der Stromsparte blieb die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) auch 2020 erfolgreich auf bundesweitem Wachstumskurs, wodurch das Unternehmen den höchsten Absatz seiner Geschichte erzielt. Mit jetzt 632 GWh konnte Enni nach dem Absatzsprung des Vorjahres erneut rund 16 Prozent zulegen. Das wirkte trotz weitgehend stabiler Preise auch auf die Umsatzerlöse, die in Summe aus Vertrieb und dem Netz- sowie Messstellenbetrieb um rund 12 Prozent auf 139,2 Millionen Euro zulegten. Mit einem Anteil von rund 63 Prozent blieb die Stromsparte auch im Geschäftsjahr 2020 der Hauptumsatzträger.

Bundesweit konnte Enni 2020 erstmals mehr Strom absetzen als im originären Heimatmarkt und dabei weit über 10.000 neue Privat-, Gewerbe- und große Individualkunden gewinnen. Den größten Absatzsprung verzeichnete das Unternehmen dabei im Bereich der bundesweiten Individualkunden, in dem Enni Kunden wie Dr. Oetker oder die Henkelgruppe hinzugewann. Allein hier konnte das Unternehmen die Absatzmenge um rund 50 Prozent auf 265 GWh steigern. Erfreulich auch: Trotz harten Wettbewerbs konnte Enni den Stromabsatz im eigenen Netzgebiet weitgehend stabil halten. Hier glich ein Mehrverbrauch bei den sich vielfach im Homeoffice befindenden Privatkunden leichte Absatzrückgänge im gewerblichen Bereich aus. Sorgte die Pandemie zu einem Absatzplus, blieben bundesweit prognostizierte Forderungsausfälle für Enni bislang weitgehend aus.

Bei den bundesweiten Akquisitionen setzt Enni weiter auf den Direkt- und Onlinevertrieb. Hier agierte das Unternehmen in den letzten Jahren sehr erfolgreich und konnte die im Wettbewerb naturgemäß vorhanden Kundenfluktuation im Heimatmarkt hierdurch wie als Zielgröße angestrebt überkompensieren. In Moers und Neukirchen-Vluyn lag der Marktanteil bei den Privat- und Gewerbekunden mit 79 Prozent weiter deutlich über Branchenniveau.

Umsatzerlöse

+ 11,94%

139,2 Mio. €

Stromvertrieb ohne Eigenverbrauch

+ 16,03%

632.000 MWh

in GWh

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

Absatz Enni-Netzgebiet

Absatz andere Netze

Marktanteile Strom – Haushaltskunden

(Quelle: Enni)

(Quelle: prolytics Marktforschung)

In ihren Konzessions­gebieten von Moers und Neukirchen-Vluyn betreibt Enni ein rund 1.850 Kilometer langes Mittelspannungs- und Niederspannungsstromnetz. Um die Versorgungssicherheit hoch zu halten und das Netz für die Zukunft zu rüsten, investiert das Unternehmen im Rahmen einer Erneuerungsstrategie fortlaufend in die Sanierung der Leitungen – im Geschäftsjahr 2020 allein rund 6,5 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt lag dabei weiter im Rückbau der störungsfälligen Freileitungen in ländlichen Gebieten. Insgesamt verschwanden im Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz 2020 weitere 28,5 Kilometer des Kabelnetzes unter der Erde. Der Fokus lag dabei auf den Neukirchen-Vluyner Stadtteilen Rayen und Hochkamer. Die verbleibenden rund fünf Kilometer Freileitungen im Mittelspannungs- und rund 70 Kilometer im Niederspannungsbereich wird Enni in den kommenden Jahren sukzessive zurückbauen. Neben den Freileitungen erneuerte Enni 2020 weitere 4,9 Kilometer Leitungen und 23 Trafostationen. Darüber hinaus gab es 175 Netzanschlüsse. Als einen gesetzlichen Baustein der Energiewende ersetzte Enni im Bereich des Messstellenbetriebs im Geschäftsjahr 2020 im Zählerturnus 6.675 konventionelle Stromzähler gegen sogenannte moderne Messeinrichtungen. Bis zum Jahr 2032 sollen alle 80.000 Messeinrichtungen auf die neue digitale Zählergeneration umgestellt sein. Enni ist hier seit 2017 aktiv und hat bislang mit 18.687 installierten modernen Messeinrichtungen rund 23 Prozent aller Zähler für die Zukunft gerüstet.

Investitionen in die Sparte Strom

0

Trafostationen erneuert

0 m

Freileitungen zurückgebaut

0

investierte Enni in die Stromsparte

0

Stromzähler getauscht

Auch als Stromproduzent mit starkem regenerativen Erzeugungsanteil macht Enni weiter eine gute Figur. Im Geschäftsjahr 2020 stieg die meist über erneuerbare Kraftwerke erzeugte Strommenge von 73 auf 80 GWh. Den größten Anteil an dieser Steigerung hat die Unternehmenstochter ENNI Solar mit dutzenden Sonnenkraftwerken. Sie konnte auch den Ende 2019 in Betrieb genommenen und zu den Referenzprojekten des Landes Nordrhein-Westfalen gehörenden Solarpark in Moers-Vinn erstmals ganzjährig betreiben. 2020 gelang zudem das ersehnte Offshore-Projekt. Mit dem Trianel Windpark Borkum II ging eines der größten deutschen Erzeugungsprojekte an das Stromnetz. Hier ist Enni mit etwas über einem Prozent beteiligt und erhält aus der Nordsee jährlich nun rund neun Millionen Kilowattstunden für etwa 3.000 Haushalte. Auch in den kommenden Jahren ist es das Ziel der Enni, die Energiewende mit möglichst vielen weiteren regenerativen Projekten zu unterstützen. Am weitesten sind dabei die Planungen zu einem Solarpark in der Domstadt Xanten, der aktuell in der Genehmigungsphase ist.

Breitband im Aufwind
Stolz ist Enni auch über das junge Geschäftsfeld Telekommunikation, das sich auch 2020 weiter gut entwickelte. Das hierzu benötigte Glasfasernetz baut Enni sukzessive aus, 2020 von 98 auf 112 Kilometer. Dabei konzentriert sich Enni weitgehend auf Gewerbekunden mit hohem Datenbedarf oder eng umschlossene Baugebiete. So erschloss Enni unter anderem die Moerser Gewerbegebiete Genend und Hülsdonk mit Glasfaser. Seit mehr als einem Jahrzehnt nutzen Gewerbekunden dieses Netz für den Datentransfer zwischen Standorten. Mittlerweile ist Enni aber bei einigen Dutzend Kunden auch im Endkundengeschäft mit Telefonie und Internet aktiv. So konnte das Unternehmen hier Erlöse deutlich auf über 500.000 Euro steigern und sieht hier ein spannendes Zukunftsfeld mit Wachstumsperspektive.

Hohe Absatzmenge jenseits der Terrawattstunde

Auch in der stark von Wettbewerbsaktivitäten und Witterungseinflüssen gekennzeichneten Gassparte blieb Enni im Geschäftsjahr 2020 in der Erfolgsspur. Wie beim Strom gelang es auch hier einige tausend neue Privat- und Gewerbekunden bundesweit zu gewinnen. Auch wenn der Verlust eines großen Individualkunden und die deutlich wärmere Witterung wirkten, so gelang es dem Unternehmen erneut und zum dritten Mal in Folge die Absatzmarke der Terrawattstunde zu übertreffen. Der Absatz liegt damit weiter doppelt so hoch, wie zur Unternehmensgründung zur Jahrtausendwende, als das Unternehmen als Gashändler ausschließlich in Moers und Neukirchen-Vluyn tätig war. Das Geschäftsjahr endete so mit Umsatzerlösen von 41,1 Millionen Euro. Mit einem Anteil von 18,7 Prozent blieb Gas die zweitstärkste Energiesparte unter dem Dach der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein (Enni).

Über das Gasnetz bleibt Enni eng und untrennbar mit den Kunden am Niederrhein verbunden – nachdem Gewinn der Konzessionen seit 2019 auch in den Netzgebieten von Rheinberg und Uedem. Dies macht Enni zum Regionalversorger. Auch in den neuen Gebieten entwickelt sich das Geschäft weiter gut. So stiegen die Netzerlöse in der Gassparte um knapp fünf Prozent auf rund zwölf Millionen Euro. In den vier Konzessionsgebieten setzt weiter auf die sichere Versorgung ihrer Kunden. Dazu verfolgt das Unternehmen eine attraktive Produktpolitik mit unterdurchschnittlichen Preisen. Mit einem Marktanteil von rund 76 Prozent bei den Privat- und Gewerbekunden in Moers und Neukirchen-Vluyn rangiert Enni deutlich über dem Niveau der Branche.

Umsatzerlöse

- 16,70%

41,1 Mio. €

Gasvertrieb inkl. Eigenverbrauch

- 22,84%

1.048.200 MWh

in GWh

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

Absatz Enni-Netzgebiet

Absatz andere Netze

Auch im Gasbereich setzt Enni für die sichere Versorgung auf eine Erneuerungsstrategie, über die das Unternehmen fortlaufend an der Pflege und Erneuerung des 833 Kilometer langen Nieder-, Mittel- und Hochdrucknetzes arbeitet. Allein im Geschäftsjahr 2020 investierte das Unternehmen hier rund 3,9 Millionen Euro. In den alten Netzgebieten in Moers und Neukirchen-Vluyn hat Enni zwei Kilometer des Leitungsnetzes erneuert und 175 Gasnetzanschlüsse realisiert, in den neuen Netzgebieten Rheinberg und Uedem waren es 1,6 Kilometer Leitungen und 88 Gasnetzanschlüsse.

Investitionen in die Sparte Gas

0
investierte Enni in die Gassparte

0

investierte Enni in die Gassparte

0

0 m

Gasleitungen erneuert

0 m

neue Gasnetzanschlüsse

Wachstumssprung beim Wärmeabsatz
Auf Wachstumskurs ist Enni weiter auch in der Wärmeversorgung, auch wenn die Erlöse durch einen aus dem Vorjahr in das Geschäftsjahr wirkenden Sondereffekt bei gleichzeitig stabilen Wärmepreisen leicht zurückgingen. Das Unternehmen erzielte hier im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 4,7 Millionen Euro und das, obwohl 2020 das wärmste der vergangenen fünf Jahre war. Möglich machte dies ein durch neue Kunden begründeter Absatzsprung um 12 Prozent von 56 auf 63 GWh. Hier schloss das Unternehmen eine Wärmeinsel in einem Moerser Neubaugebiet in 2020 an das Netz an und kann in Kooperation mit Westenergie im Moerser Süden seit 2020 das Achterathsfeld mit Wärme versorgen. Insgesamt erneuerte Enni in diesem Bereich 0,7 Kilometer Fernwärmeleitungen und erstellte 47 neue Anschlüsse. Die Investitionen im Bereich Wärme lagen 2020 bei 2,1 Millionen Euro.

Umsatzerlöse

- 8,50%

4,7 Mio. €

Wärmevertrieb

+ 12,27%

63.400 MWh

in GWh

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Investitionen in die Sparte Wärme

0

investierte Enni in die Wärmesparte

0 m

Leitungen erneuert

0 m

neue Anschlüsse

Mehr Absatz durch Corona

Bestes Trinkwasser aus der Region – das garantiert Enni tausenden Bürgerinnen und Bürgern in Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg. Nach dem Absatzsprung im Vorjahr konnte Enni dabei 2020 weiter zulegen und deutlich mehr an Haushalte und Gewerbebetriebe absetzen. Das wirkte auf die Umsatzerlöse der Sparte, die mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 16 ,5 Millionen Euro zulegten. Insgesamt steuert die Trinkwasserversorgung damit rund 7,5 Prozent zum Gesamtumsatz der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) bei.
Somit war 2020 auch in der Wassersparte ein Jahr der Rekorde. Der Absatz legte um knapp fünf Prozent zu und übersprang durch einen deutlichen Mehrabsatz an Privatkunden und eine Ausweitung der Belieferung an Großkunden erstmals die Acht-Millionen-Kubikmeter-Marke. Das spiegelte einerseits ein sich seit einigen Jahren veränderndes Verbrauchsverhalten privater Kunden im Zuge eines fortschreitenden Klimawandels mit deutlich wärmen Jahren wider. Andererseits wirkten die Folgen des Lockdowns, da Mitarbeiter und Schüler durch die Ausweitung von mobiler Arbeit und dem Homeschooling insbesondere in Phasen der Lockdowns deutlich mehr Zeit zuhause verbrachten. Im Privatkundenbereich konnte Enni so rund 200.000 Kubikmeter mehr Wasser absetzen. Zudem weiteten Unternehmen wie der Getränkeproduzent Niederrhein-Gold Tersteegen oder Moers Frischeprodukte, ein Joint Venture des Nahrungsmittelkonzerns Dr. Oetker und der Molkerei Gropper, ihre Produktion aus und benötigten mehr Wasser.

Umsatzerlöse

+ 2,62%

16,50 Mio. €

Wasservertrieb ohne Eigenverbrauch

+ 4,70%

8.066.000 m³

in Tsd. m³

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Grafik beinhaltet Rundungsdifferenzen

Das Trinkwasser der Enni stammt aus den drei Wasserwerken in Moers-Vinn, Niep-Süsselheide und mittlerweile auch Duisburg-Rumeln. Das Duisburger Wasserwerk hat die Enni dabei von dem Unternehmen Niederrhein-Gold Tersteegen gepachtet, das es wiederum 2011 von den Stadtwerken Duisburg übernommen hatte. In Summe kann Enni bis zu 30.000 Liter Wasser pro Tag fördern und sich damit flexibel auf den jeweiligen Bedarf anpassen. Die Bezirksregierung hat dem Unternehmen dabei in den Gewinnungsgebieten ein Wasserrecht von bis zu elf Millionen Kubikmetern pro Jahr erteilt, sodass ausreichend Reserven für die Wasserversorgung der Region vorhanden sind. Um die Fördermöglichkeiten im Duisburger Wasserwerk ausschöpfen zu können, will Enni es 2021 durch den Bau einer Transportleitung an das Moerser Trinkwassernetz anbinden.
Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Um es zu schützen und Kunden stets in hoher Qualität zu beliefern, treibt Enni als einer der größten Wasseranbieter am Niederrhein einen hohen Aufwand. Das geförderte Wasser aus ergiebigen Grundwasserreservoirs des Vinner Feldes und der Region Niep-Süsselheide unterliegt dabei der ständigen Kontrolle durch die Gesundheitsämter sowie unabhängiger Institute, wie dem IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH Mülheim. Aus Brunnen geförderte Rohwässer und die an Verbraucher gelieferten Reinwassermengen werden täglich bakteriologisch und in klar definierten Abständen chemisch-physikalisch untersucht. Im Rahmen des vorsorgenden Gewässerschutzes kooperiert Enni zudem seit fast drei Jahrzehnten mit den in den Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Landwirten. Ziel: eine gewässerschonende Bewirtung der Äcker ohne Ertragseinbußen. Dank der in diesem Bündnis verabschiedeten präventiven Maßnahmen liegen Inhaltsstoffe des Enni-Trinkwassers seit Jahrzehnten weit unter den gesetzlichen zulässigen Grenzwerten. So ist sichergestellt, dass ausschließlich Trinkwasser bester Qualität in das mehr als 1.000 Kilometer lange Rohrleitungsnetz gelang.

Entwicklung der Nitrat-Konzentration im Enni-Wassergebiet Vinn

in mg / l

Wie in anderen Bereichen arbeitet Enni auch hier mit einer Erneuerungsstrategie kontinuierlich an der Wasserversorgung von morgen. Allein 2020 investierte das Unternehmen hierzu rund 4,4 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung des Wassernetzes. Damit erneuerte Enni 5,7 Kilometer des Rohrnetzes und erstellte 152 neue Netzanschlüsse. Außerdem sanierte das Unternehmen für rund 800.000 Euro einen Erd-Speicherbehälter auf dem Betriebshof an der Wittfeldstraße, mit dem das Unternehmen Verbrauchsspitzen abdeckt.

Investitionen in die Wassersparte

0

investierte Enni in die Wassersparte

0 m

Leitungen erneuert

0

neue Wassernetzanschlüsse

Bundesweite Beteiligungen

Mit zahlreichen Wachstumsthemen hat sich Enni in den letzten 15 Jahren vom reinen Energiehändler und Netzbetreiber in Moers und Neukirchen-Vluyn zum vielseitigen Regionalversorger mit bundesweiten Vertriebs- und Erzeugungsaktivitäten entwickelt. Besonders in der Sparte Handel, Beteiligungen und Dienstleistungen werden die Erfolge der Wachstumsstrategie sichtbar, die Enni auch im Geschäftsjahr 2020 als ein wichtiges Standbein weiterentwickelt hat. Rund 19 Millionen Euro konnte Enni hier umsetzen und das Ergebnis auf rund 6,1 Millionen Euro steigern. Die Sparte macht mittlerweile 29 Prozent des Gesamtergebnisses aus. Mehr noch: Hier verfügt das Unternehmen in einem im Zeitalter der Energiewende, gesetzlicher Eingriffe und hoher Wettbewerbsintensität in allen Wertschöpfungsstufen mit hohen Risiken behafteten Energiegeschäft über notwendige neue Themen als Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung in kommenden Jahren.

Gesamterlöse der Sparte Handel, Beteiligungen, Dienstleistungen

- 9,91%

18,7 Mio. €

Steigende Beteiligungsergebnisse
Im Wachstumsfeld Handel, Beteiligungen, Dienstleistungen bündelt Enni Themen, in denen sie noch vor einem Jahrzehnt nicht aktiv war. So liefern gerade die zwölf Beteiligungen attraktive Renditen. Erwähnenswert dabei vor allem die Beteiligung an der Fernwärme Niederrhein, die Enni 2020 um 5 auf 15 Prozent ausbauen konnte. Dies bedeutete mit 11,8 Millionen Euro eine der größten Einzelinvestitionen des Geschäftsjahres, die im Gegenzug direkt auf die Beteiligungserträge wirkten. Die legten in Summe aller Beteiligungen 2020 deutlich zu und streiften sehr knapp die Zweimillionen-Euro-Marke. Hierzu trug auch das Beteiligungsergebnis an der Kraftwerksgesellschaft Biokraft Moers/Dinslaken bei, das nach der Revision des Frischholz-Heizkraftwerkes im Technologiepark Eurotec im Vorjahr 2020 von rund 150.000 Euro auf rund 420.000 Euro stieg.
Auch in der regenerativen Energieerzeugung verfügt Enni über attraktive Beteiligungen – in der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Enni Solar und im Stadtwerkeverbund Trianel. Der ermöglicht Enni an großen, überregionalen Erzeugungsprojekten wie dem Trianel Windpark Borkum II teilzuhaben. Der Offshore-Windpark ging Mitte des Jahres ans Netz und liefert Enni seither große Mengen an Ökostrom von hoher See. Dem sollen weitere Projekte folgen. Dazu hat sich Enni 2020 mit 4,05 Prozent an der neuen Trianel Wind & Solar GmbH beteiligt, die in kommenden Jahren bundesweit Millionenbeträge in Offshore- und Onshore-Windkraftanlagen sowie Solarparks investieren wird.

Beteiligungserträge

+ 38,42%

1.960 Teuro

in Teuro

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

ENNI Energie & Umwelt Niederrhein

In der 100-prozentigen Tochtergesellschaft ENNI Solar hat Enni ihre eigenen, rund 30 Solarprojekte zusammengefasst. Hier betreibt Enni mittlerweile große Dachflächen-PV-Anlagen und mit dem Solarpark Mühlenfeld in Neukirchen-Vluyn und dem Solarpark Moers-Vinn zwei Leuchtturmprojekte der Energiewende am Niederrhein, die auch Teil der KlimaExpo.NRW sind.

Niedrige Marktpreise drücken Handelsergebnis
Im Energiehandel ist Enni seit rund eineinhalb Jahrzehnten aktiv und erzielte hier im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse von 11,46 Millionen Euro. Der gegenüber dem Vorjahr deutliche Rückgang ist in den niedrigeren Marktpreisen begründet.

Rekorderlös bei Dienstleistungen
Eine gute Figur macht Enni weiter als technischer und kaufmännischer Dienstleistungspartner für Unternehmen wie Telekom, Vodafone oder aus der Enni-Gruppe. Hier erwirtschaftete das Unternehmen 2020 einen Rekorderlös erstmals über fünf Millionen Euro.

Dienstleistungserträge

+ 3,92%

5.100 Teuro

in Teuro

2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

ENNI Energie & Umwelt Niederrhein

Jahreschronik

Zahlen, Daten, Fakten

Technische Kennzahlen